GARTEN – vom Blumenbild zum Digitalen Garten
Ines Hock Kindergarten-Text von Katja Schlenker, Staatliches Museum, Schwerin
Pflanzen
und Kunst gehören heute unmittelbar zur Gestaltung des öffentlichen Stadtraumes. Park- und Garten-
kunst waren schon immer ein Bestandteil urbaner und ländlicher Orte, Spiegel unterschiedlicher Gesellschaftsmodelle und wesent-
liches Element von Gesamtarchitektur, beispielsweise von Kloster- und Schlossanlagen. Gärten spielten und spielen eine Rolle als
Orte der „Repräsentation der höfischen Gesellschaft“, „Orte der Wissenschaft“ und „Schauplatz des Begehrens“, als Orte der Arbeit,
Idylle und der Freizeitaktivitäten. Der Garten gilt als Symbol für die menschliche Seele und für die Eigenschaften, die in ihr herangezo-
gen werden, sowie für die gezähmte und geordnete Natur. Angesichts von Klimawandel, ökologischer Zerstörung, gen-
technisierter Landwirtschaft ist der Garten in heutiger Zeit zu einem Zeitgeistthema geworden. Künstler nutzen spätestens seit
den 1990er Jahren seinen Modellcharakter, um Antworten auf globale Fragen zu geben. Seine Ordnung und scheinbare Natürlichkeit
machten ihn zu einem Refugium, einem Stück Heimat und einer besseren Welt. Zudem ist der Garten „der letzte Luxus unserer Tage,
denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am seltensten und kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum“.1
Insbesondere in der Malerei haben sich Künstler seit jeher mit dem Garten beschäftigt. Klassische Beispiele sind Werke von Ber-
nardo Bellotto, Paul Cézanne, Claude Monet, Max Liebermann oder Paul Klee.2 Ihre Werke verherrlichen und interpretieren den Garten
oder füllen ihn mit Symbolik, hinterfragen, entschleiern und erfinden ihn immer wieder neu. Darüber hinaus greifen Künstler Gärten
nicht nur als Motive auf, sondern Künstler erschaffen Gärten, Gartenkunst und Künstlergärten.3
Die Künstlerin Ines Hock, geb. 1960, lebt und arbeitet in Köln und nimmt die BUGA 2009 in Schwerin, deren Schwerpunkt auf der
historischen Entwicklung der Gartenbaukunst vom 18. Jahrhundert bis heute liegt, zum Anlass, erstmalig ein künstlerisches Garten-
projekt zu verwirklichen, das den Titel KindergArten trägt. weiterlesen in der PDF