{"id":5100,"date":"2026-04-10T11:42:25","date_gmt":"2026-04-10T09:42:25","guid":{"rendered":"https:\/\/ineshock.de\/?p=5100"},"modified":"2026-08-07T09:01:58","modified_gmt":"2026-08-07T07:01:58","slug":"5100-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ineshock.de\/en\/5100-2\/","title":{"rendered":"Ines Hock |  Jens Peter Koerver"},"content":{"rendered":"<p>Auf Farbe, Farben konzentriert sich Ines Hock in ihrer Arbeit; ihre Bilder, Wandmalereien, Rauminstallationen, auch ihre Zeichnungen und Monotypien sind gepr\u00e4gt von Erfahrungen der Malerei, der daher der erste Blick bei einer Ann\u00e4herung an ihr Werk zu gelten hat. Stets aus mehreren Schichten d\u00fcnn gemalter Farbe bestehend, stellt sich die Farbe im Bild nach und nach ein, finden sich Farbigkeit und Farbgestalt im Prozess des Malens, auch wenn die Spuren dieser Suche, der Malakt selbst nicht immer kenntlich sind. Es sind stets mehrfarbige, aus der F\u00fclle chromatischer M\u00f6glichkeiten sch\u00f6pfende Kl\u00e4nge, die in den Bildern realisiert werden. Aus Lasuren erwachsen die f\u00fcr die Leinwandarbeiten der K\u00fcnstlerin spezifischen Farberscheinungen mit ihren oft kaum lokalisierbaren Grenzen, die den M\u00f6glichkeiten des Aquarells n\u00e4her zu stehen scheinen als einer \u00d6lmalerei. Trotz aller Entwicklungen, Ver\u00e4nderungen lassen sich f\u00fcr ihre Arbeit drei Konstanten ausmachen: Zum einen eine Helligkeit, eine stets lumin\u00f6se Erscheinung aller Farben, die sich dem Zusammenspiel der gleich einer Hintergrundstrahlung wirksamen wei\u00dfen Grundierung mit der stets gewahrten Transparenz und einer damit einher gehenden schwebenden Leichtigkeit aller gemalten Farben verdankt. Zum anderen verleihen diese lichte Helligkeit und die entgrenzt diffusen Farbverl\u00e4ufe &#8211; im realen Format stets nur wie ein Ausschnitt aus einem allenfalls imaginierbarem Ganzen erscheinend &#8211; dem Bild eine kaum auslotbare Offenheit und Weite. Eng damit verbunden ist drittens das vermeintlich Fl\u00fcchtige aller dieser Farbformationen. Sabine M\u00fcller schrieb zutreffend von der \u201eephemeren Erscheinung\u201c als \u201ewesentliche[r] Erfahrung dieser Bilder\u201c1. &nbsp;Es ist das Paradox dieser Arbeiten, einen labilen Zustand festzuhalten, dem Ver\u00e4nderung als M\u00f6glichkeit stets eingeschrieben ist und der sich zugleich doch als stabil-bildhafter erweist.<span class=\"Apple-converted-space\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>So wie Ines Hock in ihren Malereien Farbe in ihrer Pluralit\u00e4t und F\u00fclle nutzt, so beschr\u00e4nkt sie sich in ihren gro\u00dfen, bildhaften Zeichnungen ganz auf die M\u00f6glichkeiten, die sich aus der Reduktion auf mit einem Bleistift der St\u00e4rke B gezogene horizontale Linien ergeben. Aus k\u00fcrzeren und l\u00e4ngeren Strichen, differierenden Distanzen zwischen ihnen, variierendem Druck beim Zeichnen, mithin einem von Regeln und freien Entscheidungen gepr\u00e4gten prozesshaften Arbeiten, entstehen erstaunlich komplexe Strukturen, die in ihrer Gesamtheit kaum zu \u00fcberschauen sind, vielmehr aus einer F\u00fclle von Detaileindr\u00fccken ein Bild entstehen lassen, das Gegenst\u00e4ndliches evoziert \u2013 etwa eine Gesteinsoberfl\u00e4che oder Landschaft \u2013 ohne damit wirklich fassbar zu werden. Zugleich schieben sich gegenstandsferne Wahrnehmungen \u2013 Interferenzen, moir\u00e9hafte Irritationen \u2013 in die Lekt\u00fcre der Bl\u00e4tter und erweisen diese als den Malereien verwandte, jedoch ganz mit den Mitteln der Zeichnung geschaffene Arbeiten.<\/p>\n<p>Den traditionsreichen Gattungen Malerei und Zeichnung stellt Ines Hock mit ihren farbigen Folienarbeiten eine dritte, erst seit 2008 genutzte Arbeitsweise zur Seite, die es ihr erlaubt, ihre Erfahrungen mit Farbe, Malerei in gro\u00dfe, tempor\u00e4re Rauminstallationen zu \u00fcbersetzen. Als Material hierf\u00fcr dienen von ihr bemalte und zugeschnittene Folien. Ihr Vorrat an pr\u00e4parierten Folien &#8211; sie k\u00f6nnen mehr-oder einfarbig, transparent oder opak sein &#8211; gestatten eine flexible Reaktion auf die Gegebenheiten des jeweiligen Raumes; es ist m\u00f6glich, sie auf W\u00e4nden, B\u00f6den und Decken, Fenstern und Gegenst\u00e4nden zu fixieren. Sowohl als verstreute, isolierte Einzelfarbformen k\u00f6nnen sie den Ort in seiner Gesamtheit pr\u00e4gen oder auch neben- und \u00fcbereinander platziert als mehr oder weniger geschlossene Gro\u00dfform wirksam werden, wobei sich den Farblasuren der Malerei vergleichbare \u00dcberlagerungsmischungen ergeben. \u201ePoetische Raumzeichnungen\u201c nennt Ines Hock diese Werkform, mit der sie ihre Malerei in den Realraum tr\u00e4gt und ihrer Auseinandersetzung mit der Farbe eine zus\u00e4tzliche Erfahrungsm\u00f6glichkeit erschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Jens Peter Koerver<\/p>\n<p>1 Sabine M\u00fcller: Zwei Bilder von Ines Hock, in: Michael Fehr (Hrsg.), Die Farbe hat mich; Essen 2000, S. 106.<\/p>\n<p>Ausstellungsdokumentation &#8220;Von Figuren und Farben&#8221; mit Inge Schmidt, Kunsthaus NRW, Kornelim\u00fcnster, 2010<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Farbe, Farben konzentriert sich Ines Hock in ihrer Arbeit; ihre Bilder, Wandmalereien, Rauminstallationen, auch ihre Zeichnungen und Monotypien sind [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-5100","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-texte"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.5","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5100","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5100"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5100\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5371,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5100\/revisions\/5371"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5100"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5100"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5100"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}