{"id":5100,"date":"2026-04-10T11:42:25","date_gmt":"2026-04-10T09:42:25","guid":{"rendered":"https:\/\/ineshock.de\/?p=5100"},"modified":"2026-04-10T12:12:36","modified_gmt":"2026-04-10T10:12:36","slug":"5100-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ineshock.de\/en\/5100-2\/","title":{"rendered":"Ines Hock |  Jens Peter Koerver"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><strong>Ines Hock<\/strong>&nbsp; Auf Farbe, Farben konzentriert sich Ines Hock in ihrer Arbeit; ihre Bilder, Wandmalereien,<\/p>\n<p class=\"p1\">Rauminstallationen, auch ihre Zeichnungen und Monotypien sind gepr\u00e4gt von Erfahrungen der Malerei, der<\/p>\n<p class=\"p1\">daher der erste Blick bei einer Ann\u00e4herung an ihr Werk zu gelten hat.<\/p>\n<p class=\"p1\">Stets aus mehreren Schichten d\u00fcnn gemalter Farbe bestehend, stellt sich die Farbe im Bild nach und nach<\/p>\n<p class=\"p1\">ein, finden sich Farbigkeit und Farbgestalt im Prozess des Malens, auch wenn die Spuren dieser Suche,<\/p>\n<p class=\"p1\">der Malakt selbst nicht immer kenntlich sind. Es sind stets mehrfarbige, aus der F\u00fclle chromatischer M\u00f6g-<\/p>\n<p class=\"p1\">lichkeiten sch\u00f6pfende Kl\u00e4nge, die in den Bildern realisiert werden. Aus Lasuren erwachsen die f\u00fcr die Lein-<\/p>\n<p class=\"p1\">wandarbeiten der K\u00fcnstlerin spezifischen Farberscheinungen mit ihren oft kaum lokalisierbaren Grenzen,<\/p>\n<p class=\"p1\">die den M\u00f6glichkeiten des Aquarells n\u00e4her zu stehen scheinen als einer \u00d6lmalerei. Trotz aller Entwicklun-<\/p>\n<p class=\"p1\">gen, Ver\u00e4nderungen lassen sich f\u00fcr ihre Arbeit drei Konstanten ausmachen: Zum einen eine Helligkeit, eine<\/p>\n<p class=\"p1\">stets lumin\u00f6se Erscheinung aller Farben, die sich dem Zusammenspiel der gleich einer Hintergrund-<\/p>\n<p class=\"p1\">strahlung wirksamen wei\u00dfen Grundierung mit der stets gewahrten Transparenz und einer damit einher<\/p>\n<p class=\"p1\">gehenden schwebenden Leichtigkeit aller gemalten Farben verdankt. Zum anderen verleihen diese lichte<\/p>\n<p class=\"p1\">Helligkeit und die entgrenzt diffusen Farbverl\u00e4ufe &#8211; im realen Format stets nur wie ein Ausschnitt aus einem<\/p>\n<p class=\"p1\">allenfalls imaginierbarem Ganzen erscheinend &#8211; dem Bild eine kaum auslotbare Offenheit und Weite. Eng<\/p>\n<p class=\"p1\">damit verbunden ist drittens das vermeintlich Fl\u00fcchtige aller dieser Farbformationen. Sabine M\u00fcller schrieb<\/p>\n<p class=\"p1\">zutreffend von der \u201eephemeren Erscheinung\u201c als \u201ewesentliche[r] Erfahrung dieser Bilder\u201c<span class=\"s1\">1<\/span>. &nbsp;Es ist das<\/p>\n<p class=\"p1\">Paradox dieser Arbeiten, einen labilen Zustand festzuhalten, dem Ver\u00e4nderung als M\u00f6glichkeit stets ein-<\/p>\n<p class=\"p1\">geschrieben ist und der sich zugleich doch als stabil-bildhafter erweist.<\/p>\n<p class=\"p1\">So wie Ines Hock in ihren Malereien Farbe in ihrer Pluralit\u00e4t und F\u00fclle nutzt, so beschr\u00e4nkt sie sich in ihren<\/p>\n<p class=\"p1\">gro\u00dfen, bildhaften Zeichnungen ganz auf die M\u00f6glichkeiten, die sich aus der Reduktion auf mit einem<\/p>\n<p class=\"p1\">Bleistift der St\u00e4rke B gezogene horizontale Linien ergeben. Aus k\u00fcrzeren und l\u00e4ngeren Strichen, differie-<\/p>\n<p class=\"p1\">renden Distanzen zwischen ihnen, variierendem Druck beim Zeichnen, mithin einem von Regeln und freien<\/p>\n<p class=\"p1\">Entscheidungen gepr\u00e4gten prozesshaften Arbeiten, entstehen erstaunlich komplexe Strukturen, die in ihrer<\/p>\n<p class=\"p1\">Gesamtheit kaum zu \u00fcberschauen sind, vielmehr aus einer F\u00fclle von Detaileindr\u00fccken ein Bild entstehen<\/p>\n<p class=\"p1\">lassen, das Gegenst\u00e4ndliches evoziert \u2013 etwa eine Gesteinsoberfl\u00e4che oder Landschaft \u2013 ohne damit wirk-<\/p>\n<p class=\"p1\">lich fassbar zu werden. Zugleich schieben sich gegenstandsferne Wahrnehmungen \u2013 Interferenzen, moir\u00e9-<\/p>\n<p class=\"p1\">hafte Irritationen \u2013 in die Lekt\u00fcre der Bl\u00e4tter und erweisen diese als den Malereien verwandte, jedoch ganz<\/p>\n<p class=\"p1\">mit den Mitteln der Zeichnung geschaffene Arbeiten.<\/p>\n<p class=\"p1\">Den traditionsreichen Gattungen Malerei und Zeichnung stellt Ines Hock mit ihren farbigen Folienarbeiten<\/p>\n<p class=\"p1\">eine dritte, erst seit 2008 genutzte Arbeitsweise zur Seite, die es ihr erlaubt, ihre Erfahrungen mit Farbe,<\/p>\n<p class=\"p1\">Malerei in gro\u00dfe, tempor\u00e4re Rauminstallationen zu \u00fcbersetzen. Als Material hierf\u00fcr dienen von ihr bemalte<\/p>\n<p class=\"p1\">und zugeschnittene Folien. Ihr Vorrat an pr\u00e4parierten Folien &#8211; sie k\u00f6nnen mehr- oder einfarbig, transparent<\/p>\n<p class=\"p1\">oder opak sein &#8211; gestatten eine flexible Reaktion auf die Gegebenheiten des jeweiligen Raumes; es ist<\/p>\n<p class=\"p1\">m\u00f6glich, sie auf W\u00e4nden, B\u00f6den und Decken, Fenstern und Gegenst\u00e4nden zu fixieren. Sowohl als ver-<\/p>\n<p class=\"p1\">streute, isolierte Einzelfarbformen k\u00f6nnen sie den Ort in seiner Gesamtheit pr\u00e4gen oder auch neben- und<\/p>\n<p class=\"p1\">\u00fcbereinander platziert als mehr oder weniger geschlossene Gro\u00dfform wirksam werden, wobei sich den<\/p>\n<p class=\"p1\">Farblasuren der Malerei vergleichbare \u00dcberlagerungsmischungen ergeben. \u201ePoetische Raumzeichnungen\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\">nennt Ines Hock diese Werkform, mit der sie ihre Malerei in den Realraum tr\u00e4gt und ihrer Auseinander-<\/p>\n<p class=\"p1\">setzung mit der Farbe eine zus\u00e4tzliche Erfahrungsm\u00f6glichkeit erschlie\u00dft.<\/p>\n<p class=\"p1\">Jens Peter Koerver<\/p>\n<p class=\"p2\">1 Sabine M\u00fcller: Zwei Bilder von Ines Hock, in: Michael Fehr (Hrsg.), Die Farbe hat mich; Essen 2000, S. 106.<\/p>\n<p>aus Ausstellungsdokumentation <em>Von Figuren und Farben<\/em> mit Inge Schmidt, Kunsthaus NRW, Kornelim\u00fcnster, 2010<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ines Hock&nbsp; Auf Farbe, Farben konzentriert sich Ines Hock in ihrer Arbeit; ihre Bilder, Wandmalereien, Rauminstallationen, auch ihre Zeichnungen und [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-5100","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-texte"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5100","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5100"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5100\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5120,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5100\/revisions\/5120"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5100"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5100"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ineshock.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5100"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}